Arztpraxen in der Schweiz sind zunehmend Ziel von Cyberangriffen. Sensible Patientendaten wie Namen, Adressen, AHV-Nummern und Versicherungsdetails stehen im Fokus der Angreifer. 10 % der Praxen haben bereits IT-Sicherheitsvorfälle erlebt, während nur ein Drittel alle erforderlichen Schutzmassnahmen umgesetzt hat.
Hier sind fünf klare Warnsignale, die auf einen Angriff hinweisen können:
- Systemabstürze oder Leistungsprobleme: Plötzliche Verlangsamungen oder Abstürze deuten oft auf Schadsoftware hin.
- Phishing-E-Mails: Verdächtige Nachrichten mit Links oder Anhängen, die sensible Daten abgreifen sollen.
- Ungewöhnliche Netzwerkaktivität: Hoher Datenverkehr oder unerwartete Admin-Anmeldungen.
- Kompromittierte Passwörter: Plötzlich nicht mehr funktionierende Passwörter oder neue, unbekannte Benutzerkonten.
- Veraltete Software: Fehlende Updates und ungesicherte Geräte erhöhen die Angriffsgefahr.
Wichtig: Frühzeitiges Erkennen und Handeln schützt nicht nur Patientendaten, sondern minimiert auch finanzielle und rechtliche Folgen.

5 Warnsignale für Cyberangriffe in Arztpraxen erkennen
1. Systemabstürze oder Leistungsprobleme
Auswirkungen auf den Praxisbetrieb
Wenn Ihre Praxis-IT plötzlich langsamer wird oder Systeme abstürzen, steckt oft mehr dahinter als nur ein technisches Problem. Solche Störungen können ein erstes Warnsignal für einen laufenden Cyberangriff sein – zum Beispiel, wenn Ransomware im Hintergrund Dateien verschlüsselt oder Schadsoftware sich im Netzwerk ausbreitet.
Die Konsequenzen sind gravierend: Der Praxisbetrieb kommt zum Erliegen, Patientendaten werden unzugänglich, und die Kommunikation nach aussen bricht ab. In extremen Fällen können die Systeme wochenlang ausfallen. Solche Vorfälle machen deutlich, wie wichtig es ist, die IT-Systeme kontinuierlich zu überwachen.
Erkennbarkeit für medizinisches Personal
Ein entscheidender Unterschied: Normale Störungen betreffen meist nur ein einzelnes Gerät, während Cyberangriffe das gesamte Netzwerk betreffen. Wenn mehrere Arbeitsplätze gleichzeitig Probleme zeigen oder Dateien plötzlich nicht mehr geöffnet werden können, ist schnelles Handeln gefragt.
Besonders kritisch: Leistungsverzögerungen nach dem Öffnen von E-Mails oder Anhängen. Diese gehören zu den häufigsten Einfallstoren für Angriffe. Während sich herkömmliche Störungen oft durch einen Neustart beheben lassen, verschlimmern sich angreiferbedingte Probleme in der Regel mit der Zeit. Neben der Systemleistung steht dabei auch der Schutz sensibler Patientendaten auf dem Spiel.
Risiko für Patientendaten
Unsicher konfigurierte Telematikkonnektoren oder fehlende Festplattenverschlüsselung machen es Angreifern leicht, auf vertrauliche Informationen zuzugreifen. Solche Sicherheitslücken erhöhen nicht nur das Risiko eines Datendiebstahls, sondern erschweren auch die frühzeitige Erkennung von Cyberangriffen.
"Die gute Nachricht ist: Viele der Sicherheitsmängel, die wir festgestellt haben, können schnell und ressourcenschonend behoben werden." – Claudia Plattner, BSI-Präsidentin
Doch die Realität zeigt: Nur etwa ein Drittel der Schweizer Arztpraxen hat alle erforderlichen IT-Sicherheitsmassnahmen vollständig umgesetzt. Häufige Schwachstellen wie unzureichender Malware-Schutz und fehlendes Patch-Management zählen zu den Hauptursachen für Systemprobleme und Leistungsabfälle.
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2. Phishing-E-Mails und verdächtige Nachrichten
Auswirkungen auf den Praxisbetrieb
Phishing-Angriffe sind eine ernsthafte Bedrohung für Arztpraxen, denn Phishing-E-Mails sind oft der Einstiegspunkt für Cyberangriffe. Ein einziger unachtsamer Klick auf einen schädlichen Link oder Anhang kann dazu führen, dass Ransomware eingeschleust wird. Die Folgen? Patientenakten werden blockiert, Abrechnungssysteme funktionieren nicht mehr, und die gesamte Praxis kann für Wochen lahmgelegt werden .
Besonders gefährlich ist, dass Angreifer häufig vorgeben, von vertrauenswürdigen Institutionen wie der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), Gematik oder Software-Herstellern zu stammen. Sie nutzen typische Abläufe in einer Praxis aus, indem sie E-Mails mit vermeintlich dringenden Themen wie Telematikinfrastruktur-Updates, Problemen mit E-Rezepten oder angeblichen Patientenüberweisungen senden. Solche Nachrichten können die Aufmerksamkeit des Praxispersonals schnell täuschen.
Erkennbarkeit für medizinisches Personal
Phishing-E-Mails enthalten oft klare Warnsignale, die sich in wenigen Sekunden erkennen lassen. Achten Sie auf:
- Grammatik- oder Rechtschreibfehler
- Verpixelte oder schlecht dargestellte Logos
- Verkürzte oder kryptische URLs
- Unstimmigkeiten zwischen dem angezeigten Absendernamen und der tatsächlichen E-Mail-Adresse
- Links, die zu gefälschten Login-Seiten führen
Ein weiteres Warnsignal sind Formulierungen, die Zeitdruck erzeugen, wie „sofortige Massnahme erforderlich“ oder „Antwort innerhalb von 24 Stunden nötig“. Solche Sätze sollen dazu verleiten, vorschnelle Entscheidungen zu treffen. Vorsicht ist auch bei unerwarteten Dokumenten geboten, insbesondere bei Office-Dateien mit aktivierten Makros oder ausführbaren Dateien, die als Rechnungen oder Patientenunterlagen getarnt sind . Gut geschultes Personal kann durch diese Prüfungen viele Angriffe abwehren und so Patientendaten schützen.
Risiko für Patientendaten
Kleine Arztpraxen sind ein bevorzugtes Ziel für Cyberkriminelle. Der Grund? Sie speichern hochsensible Patientendaten, verfügen aber oft nicht über die Sicherheitsmassnahmen, die grössere Organisationen haben. Einmal erbeutete Zugangsdaten ermöglichen den Zugriff auf die Praxisverwaltungssoftware und die Telematikinfrastruktur. Die Folgen sind gravierend: Daten können für Identitätsdiebstahl, Erpressung oder Versicherungsbetrug missbraucht werden.
Was tun im Verdachtsfall? Trennen Sie betroffene Geräte sofort vom Netzwerk, aber schalten Sie sie nicht aus – so bleiben forensische Daten erhalten. Ändern Sie alle Passwörter von einem sicheren Gerät aus und aktivieren Sie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für alle wichtigen Systeme. Diese Massnahmen können helfen, den Schaden zu begrenzen und die Kontrolle zurückzugewinnen.
3. Ungewöhnliche Netzwerkaktivität oder Geräteverhalten
Auswirkungen auf den Praxisbetrieb
Wenn das Internet plötzlich langsamer wird oder Praxissoftware nur noch verzögert reagiert, könnte ein Cyberangriff dahinterstecken. Besonders auffällig: Wenn der Zugriff auf Patientenakten ungewöhnlich lange dauert oder der Router ein aussergewöhnlich hohes ausgehendes Datenvolumen anzeigt. Solche Vorfälle könnten darauf hinweisen, dass sensible Patientendaten systematisch aus dem Netzwerk abgezogen werden. Prozesse mit hoher Prozessorlast sind ebenfalls verdächtig und könnten auf Ransomware oder sogenannte Remote Access Trojaner (RATs) hindeuten. Zusätzlich alarmierend: Sicherheitsprogramme wie Microsoft Defender, die sich plötzlich deaktivieren, oder wiederholte Fehlermeldungen bei Windows-Updates. All das könnten Hinweise darauf sein, dass Angreifer versuchen, Ihre Schutzmechanismen zu umgehen.
Erkennbarkeit für medizinisches Personal
Das Gute ist, dass viele dieser Anomalien auch ohne tiefgehendes IT-Wissen auffallen können. Ein Blick in die Server-Logdateien kann bereits viel verraten: Administrator-Anmeldungen ausserhalb der üblichen Arbeitszeiten, mehrfach fehlerhafte Login-Versuche oder Verbindungen zu ausländischen Servern ohne erkennbaren geschäftlichen Zweck sind klare Warnsignale. Ebenso verdächtig sind Aktivitäten auf ungenutzten Ports, neue unbekannte Administrator-Konten oder Passwörter, die plötzlich nicht mehr akzeptiert werden. Solche Anzeichen deuten oft darauf hin, dass Angreifer sich dauerhaften Zugang verschafft haben. Diese Beispiele zeigen, wie wichtig es ist, medizinspezifische IT-Infrastrukturen besonders im Auge zu behalten.
Relevanz für medizinspezifische IT-Systeme
Wie zuvor erwähnt, sind unzureichende Sicherheitsmassnahmen in Arztpraxen ein grosses Risiko – vor allem, wenn sie mit komplexen lokalen IT-Strukturen kombiniert werden. Obwohl die Telematikinfrastruktur (TI) als sicheres Kommunikationsnetzwerk entwickelt wurde, bleibt die lokale IT in Praxen oft eine Schwachstelle. Eine BSI-Studie, die 16 Arztpraxen untersuchte, ergab, dass in allen Fällen der TI-Konnektor parallel zu einem Standard-Router betrieben wurde. Das mindert die Schutzwirkung erheblich.
„Die gute Nachricht ist: Viele der Sicherheitsmängel, die wir festgestellt haben, können schnell und ressourcenschonend behoben werden." – Claudia Plattner, Präsidentin des BSI
Falls Sie verdächtige Geräte identifizieren, trennen Sie diese sofort vom Netzwerk – aber schalten Sie sie nicht aus.
4. Kompromittierte Passwörter und Zugriffskontrollen
Auswirkungen auf den Praxisbetrieb
Passwörter sind das Rückgrat für den Schutz kritischer Systeme in Ihrer Praxis – von der Patientenverwaltung über Online-Banking bis hin zur internen Kommunikation. Wenn Passwörter nicht ausreichend gesichert sind, können Angreifer leicht in Ihre IT-Infrastruktur eindringen. Das kann zu Ransomware-Attacken führen, die den Praxisbetrieb für Wochen lahmlegen. Die Folgen? Hohe finanzielle Verluste und ein erheblicher Vertrauensverlust bei Ihren Patienten.
Erkennbarkeit für medizinisches Personal
Auch ohne tiefes IT-Wissen lassen sich viele Warnsignale erkennen. Beispiele sind automatische Sicherheitsbenachrichtigungen über Anmeldungen von unbekannten Geräten, ungewöhnliche Standorte oder Zeiten wie nachts oder am Wochenende. Ein weiteres Alarmsignal: Passwörter, die plötzlich nicht mehr funktionieren – ein Hinweis darauf, dass Angreifer möglicherweise bereits Zugangsdaten geändert haben. Zudem sollten Sie auf neue Administrator-Konten oder unerklärliche Änderungen bei Benutzerrechten in Logdateien achten. Solche Hinweise sind nicht nur technische Probleme, sondern können massive Sicherheitsrisiken darstellen.
Gefährdung von Patientendaten
Gestohlene Zugangsdaten ermöglichen Cyberkriminellen Zugriff auf hochsensible Patientendaten wie Namen, Adressen, AHV-Nummern, Versicherungsinformationen und vollständige Krankengeschichten. Diese Informationen sind auf dem Schwarzmarkt äusserst begehrt und werden für Identitätsdiebstahl, Steuerbetrug und andere kriminelle Aktivitäten genutzt. Zusätzlich drohen Angreifer oft, vertrauliche Patientenakten zu veröffentlichen, falls kein Lösegeld gezahlt wird.
"Ein einmaliges unbeabsichtigtes Fehlverhalten eines einzigen Praxismitarbeiters genügt, um in die Fänge von Cyberkriminellen zu gelangen." – Philipp Hollerer
Relevanz für medizinspezifische IT-Systeme
Angriffe auf Passwörter und Zugriffskontrollen sind ein zentraler Aspekt moderner Cyberbedrohungen und verdeutlichen, wie wichtig ein umfassendes Sicherheitskonzept ist. Besonders gefährlich sind täuschend echte Phishing-Websites, die legitime Login-Seiten nachahmen und Mitarbeitende dazu verleiten, ihre Zugangsdaten preiszugeben. Ein einfacher 20-Sekunden-Phishing-Check kann helfen, solche gefälschten Seiten zu erkennen: Achten Sie darauf, dass «https» und das Schlosssymbol in der Browserzeile sichtbar sind.
5. Veraltete Software und ungesicherte medizinische Geräte
Auswirkungen auf den Praxisbetrieb
Cyberangriffe nutzen oft bekannte Schwachstellen in Software und Betriebssystemen aus. Wenn Sicherheits-Patches nicht regelmässig installiert werden, bleibt Ihre Praxis gefährdet. Ein erfolgreicher Angriff könnte dazu führen, dass alle Patientendaten verschlüsselt werden und der Betrieb für Wochen stillsteht. Die Folgen? Hohe finanzielle Verluste und ein schwerer Vertrauensverlust bei den Patienten.
Erkennbarkeit für medizinisches Personal
Auch ohne tiefgehendes IT-Wissen können Sie potenzielle Risiken erkennen. Achten Sie auf ausstehende Software-Updates, die über längere Zeit ignoriert wurden – ein klares Zeichen für Sicherheitslücken. Veraltete Antivirenprogramme, die neue Malware nicht erkennen, erhöhen das Risiko erheblich. Seien Sie wachsam bei unerwarteten Update-Aufforderungen oder Treiber-Installationen. Und prüfen Sie, ob webbasierte Praxistools das «https»-Symbol und ein Schloss anzeigen. Solche Warnsignale frühzeitig zu erkennen, ist entscheidend, denn in einer vernetzten Praxis-Infrastruktur können ungesicherte Geräte das Risiko zusätzlich erhöhen.
Gefährdung von Patientendaten
In medizinischen Praxen sind IT-Systeme und Geräte oft eng miteinander verbunden – von PCs und Servern bis hin zu Laboranbindungen. Ein einziges ungesichertes Gerät kann daher die gesamte Infrastruktur gefährden. Trojaner könnten unbemerkt die Integrität von Daten beeinträchtigen und sensible Informationen wie Patientenakten oder Buchhaltungsdaten manipulieren. Solche gestohlenen Daten sind besonders wertvoll, da sie für Identitätsdiebstahl, Steuerbetrug und andere kriminelle Zwecke genutzt werden können.
Relevanz für medizinspezifische IT-Systeme
Praxisverwaltungssysteme (PVS) sind ein häufiges Ziel von Cyberangriffen. Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat kürzlich die Sicherheitsstandards grosser PVS-Anbieter geprüft. Um Risiken zu minimieren, sollten Sie regelmässig IT-Sicherheits-Checks durchführen, um veraltete Komponenten und Schwachstellen aufzudecken. Moderne Firewalls, die den Datenverkehr an Schnittstellen – insbesondere zu Internetverbindungen und externen Partnern – kontinuierlich überwachen, sind ebenfalls unverzichtbar.
Sensible Patientendaten in Gefahr | Panorama 3 | NDR
So schützt die Datacom AG Arztpraxen

Die Datacom AG aus Gossau SG hat sich auf IT-Sicherheit für medizinische Praxen spezialisiert und bietet umfassende Massnahmen, um Cyberbedrohungen effektiv zu begegnen. Ein zentraler Bestandteil ist die kontinuierliche Überwachung kritischer Systeme. Dabei wird unter anderem der ausgehende Datenverkehr auf Router-Dashboards analysiert, um ungewöhnliche Aktivitäten, wie etwa Spitzen im Datenfluss, frühzeitig zu erkennen – ein potenzieller Hinweis auf Datendiebstahl. Ebenso wichtig ist die regelmässige Kontrolle der Windows Shadow Copies. Das unerwartete Löschen dieser Kopien kann ein Frühwarnsignal für Ransomware-Angriffe sein.
Zusätzlich überwacht das Team systematisch Server- und NAS-Logdateien, um verdächtige Aktivitäten wie Administrator-Logins ausserhalb der üblichen Arbeitszeiten aufzuspüren. Auch kryptische Hintergrundprozesse mit hoher Prozessorlast werden genau unter die Lupe genommen. Moderne Firewalls bieten Schutz vor externen Angriffen und überwachen gleichzeitig Verbindungen zu ausländischen Servern oder ungewöhnlichen Ports – typische Merkmale von Command-and-Control-Servern.
DSGVO-konforme Datensicherung
Für eine sichere Datenspeicherung setzt die Datacom AG auf die bewährte 3-2-1-Regel: Es werden drei Kopien der Daten auf zwei verschiedenen Medien erstellt, wobei eine Kopie extern gelagert wird. Diese Backups werden automatisch verschlüsselt und regelmässig auf ihre Funktionsfähigkeit getestet. Zudem wird die Telematikinfrastruktur sorgfältig integriert, um die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sicherzustellen.
Proaktive Sicherheitsmassnahmen
Neben der Überwachung legt die Datacom AG grossen Wert auf die Schliessung von Sicherheitslücken. Durch automatisiertes Patch-Management werden Schwachstellen in Betriebssystemen und Praxisverwaltungssystemen behoben, bevor Angreifer sie ausnutzen können. Regelmässige IT-Sicherheits-Checks und die Möglichkeit zur Fernwartung über TeamViewer gewährleisten schnelle Reaktionen auf Sicherheitsvorfälle.
Weitere Schutzmassnahmen umfassen Multi-Faktor-Authentifizierung und das Prinzip der minimalen Berechtigungen, um sensible Patientendaten bestmöglich zu sichern. Schulungen für Mitarbeitende helfen zudem, Phishing-Angriffe frühzeitig zu erkennen. Mit diesen Massnahmen bleibt Ihre Praxis geschützt und handlungsfähig.
Fazit
10 % der Arztpraxen haben bereits einen IT-Sicherheitsvorfall erlebt. Die rechtzeitige Erkennung von Warnsignalen – wie Systemabstürzen, Phishing-E-Mails oder kompromittierten Passwörtern – ist entscheidend. Viele Schwachstellen lassen sich schnell und mit wenig Aufwand beheben, bevor grössere Schäden entstehen. Claudia Plattner, Präsidentin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), bringt es auf den Punkt:
„Die gute Nachricht ist: Viele der Sicherheitsmängel, die wir festgestellt haben, können schnell und ressourcenschonend behoben werden."
Trotzdem haben nur 33,3 % der Praxen alle notwendigen Sicherheitsmassnahmen umgesetzt. Erschreckend ist auch, dass in einer qualitativen Untersuchung mit 16 Praxen keine sensiblen Patientendaten durch Festplattenverschlüsselung geschützt waren. Diese Zahlen zeigen, wie dringend Handlungsbedarf besteht.
Neben technischen Risiken gibt es auch rechtliche Konsequenzen. Ein einfacher Auftragsverarbeitungsvertrag reicht nicht aus, um die strafrechtliche Haftung bei Verletzung der Schweigepflicht nach § 203 StGB auszuschliessen. Die Verantwortung für den Schutz der Patientendaten liegt vollständig bei den Praxisinhabern.
Durch regelmässiges Patch-Management, verschlüsselte Festplatten, verlässliche Backups und gut geschulte Mitarbeitende kann das Sicherheitsniveau erheblich verbessert werden. Investitionen in IT-Sicherheit lohnen sich – sie schützen nicht nur vor finanziellen Schäden, sondern sichern auch das Vertrauen der Patienten. Mit Lösungen wie denen der Datacom AG können Praxisinhaber diese Herausforderungen gezielt angehen.
FAQs
Was sind die ersten Sofortmassnahmen bei Cyberangriff-Verdacht in der Praxis?
Wenn ein Sicherheitsvorfall eintritt, ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und systematisch vorzugehen, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. Hier sind einige Schritte, die Sie unternehmen sollten:
- Betroffene Systeme isolieren: Trennen Sie die betroffenen Geräte sofort vom Netzwerk, um eine mögliche Ausbreitung zu verhindern.
- Vorfall dokumentieren: Notieren Sie alle relevanten Details, wie Zeitpunkt, betroffene Systeme und auffällige Aktivitäten. Diese Informationen sind für die weitere Analyse entscheidend.
- IT-Experten kontaktieren: Informieren Sie Ihre IT-Abteilung oder ziehen Sie spezialisierte Dienstleister hinzu, um eine fachgerechte Bewertung und Lösung zu gewährleisten.
- Zugriffe überprüfen und Passwörter ändern: Kontrollieren Sie, ob unbefugte Zugriffe stattgefunden haben, und ändern Sie sämtliche Zugangsdaten, um weiteren Missbrauch zu verhindern.
- Systeme auf Schadsoftware untersuchen: Führen Sie eine gründliche Analyse durch, um mögliche Malware zu identifizieren und zu entfernen.
Mit diesen Massnahmen kann die Situation professionell eingeschätzt und effektiv behoben werden.
Wie erkennt das Praxis-Team den Unterschied zwischen IT-Störung und Angriff?
Eine IT-Störung tritt in der Regel aufgrund technischer Defekte oder Fehlfunktionen auf und ist meist nicht absichtlich verursacht. Solche Probleme lassen sich oft relativ rasch beheben. Ein Angriff hingegen ist eine gezielte Handlung von Cyberkriminellen. Hinweise darauf können ungewöhnliche Zugriffe, auffällige Netzwerkaktivitäten oder unerwartetes Verhalten von Systemen sein. Das Praxis-Team sollte bei solchen Anzeichen besonders aufmerksam sein und bei Verdacht umgehend Massnahmen ergreifen, um potenzielle Schäden einzudämmen.
Welche Mindest-Sicherheitsmassnahmen sollte jede Schweizer Arztpraxis umsetzen?
In der heutigen digitalen Welt ist der Schutz sensibler Patientendaten unerlässlich. Jede Arztpraxis in der Schweiz sollte daher eine mehrstufige IT-Sicherheitsstrategie umsetzen. Aber was bedeutet das konkret?
Hier sind einige unverzichtbare Massnahmen, die dazugehören:
- Aktuelle Firewall- und Antivirenlösungen: Diese bilden die erste Verteidigungslinie gegen potenzielle Bedrohungen aus dem Netz.
- Regelmässige Datensicherungen: Durch Backups lassen sich wichtige Daten im Falle eines Angriffs oder technischer Probleme wiederherstellen.
- Schulungen des Personals: Mitarbeitende sollten lernen, Cyberangriffe wie Phishing-E-Mails zu erkennen und richtig darauf zu reagieren.
- Zugriffskontrollen: Nur autorisierte Personen sollten auf sensible Informationen zugreifen können – das minimiert Risiken erheblich.
- Sicherheitsupdates: Software und Systeme sollten stets auf dem neuesten Stand sein, um Schwachstellen zu vermeiden.
Diese Massnahmen ermöglichen es, potenzielle Cyberangriffe frühzeitig zu erkennen und abzuwehren, bevor sie ernsthaften Schaden anrichten können. Gerade im Gesundheitswesen, wo der Schutz persönlicher Daten oberste Priorität hat, ist eine solche Strategie unverzichtbar.
